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Terrence J. Sejnowski
 


Das Geheimnis des Schlafs


 
Terrence J. Sejnowski
   

Der Schlafforscher Terrence J. Sejnowski liebt den tiefen erfrischenden Kurzschlaf. Kein Wunder, wer bis zu 18 Stunden am Tag für die Wissenschaft lebt, der braucht ab und an eine kleine Verschnaufpause. Sejnowski findet es zwar ebenso beschämend wie sein Kollege Edelman vom Neuroscience Institut, dass die Wissenschaft immer noch nicht herausgefunden hat, warum der Mensch schläft, ist sich aber sicher, eine wirklich heiße Spur zu verfolgen. Während sein Kollege, der nobelpreisgekürte Gehirnforscher Gerald M. Edelman keine zweihundert Meter entfernt Fruchtfliegen per Rüttelmaschinen auf Schlafentzug schickt, geht Sejnowski andere Wege.
Er schilderte mir ein plausibles Beispiel, weshalb wir nachts unsere gewohnten bewussten Aufenthaltsräume verlassen müssen um in Orpheus Arme zu sinken.

Interview mit Terrence J. Sejnowski in San Diego

 

Herr Sejnowski, haben sie als Schlafforscher eine Idee, warum der Mensch ein Drittel seines Lebens sein Bewußtsein verliert?

Sejnowski: Ja durchaus, ich habe sogar mehrere Ideen. Um zu verstehen, was während dem Schlaf mit uns geschieht, ist es gut sich einer passenden Metapher oder einer passenden Story zu bedienen. Stellen sie sich vor, sie stehen vor einer Totalrenovierung ihrer Wohnung. Die Zimmer sind sehr gut eingerichtet. Überall stehen Möbel herum. Da sie ein begeisterter Sammler von Kunstgegenständen sind, ist ihre Wohnung vollgestopft mit erlesenen Kostbarkeiten. Es klingelt und die Renovierer stehen bereits vor der Tür, die Möbelträger, die Tapezierer, die Anstreicher, der Teppichverleger...
Sie bitten alle herein, weigern sich aber, die Wohnung während der Renovierung zu verlassen.
Stellen sie sich dieses Durcheinander vor. Die in jeder Hinsicht sinnvollste Art ihre Zimmer instand zu setzen, wäre es, wenn sie selbst die Räume verlassen. Sie sollten einfach solange ausziehen.
Dasselbe findet nachts während des Schlafes statt. Die zahllosen Zell-Reparateure, Eiweiße usw. können ihrer Renovierungsarbeit wesentlich ökonomischer nachgehen, wenn der Organismus heruntergefahren wurde. Nachts finden im Gehirn drei Dinge gleichzeitig statt, ein Groß-Reine-Machen im Gehirn, eine Neustrukturierung und Organisation sowie ein Training der neuen Inhalte.
Bewusstsein scheint diese Prozesse scheinbar zu stören, sie müssen als Bewohner also ihr Zuhause zeitweilig verlassen. Wir sind sozusagen kurz von uns selber entkoppelt.



Sejnowskis Lehrstunde I
Unser Organismus, vor allem unser Gehirn, ist also nachts sehr beschäftigt.?

Sejnowski: Ja, unglaublich beschäftigt. Moderne Abbildungsverfahren zeigen diese permanente Arbeit sehr deutlich. Unser Schlaf gleicht eher einer informationsverarbeitenden unruhigen Insel auf der ständig repariert und gewerkelt wird, während wir „off-line“ sind. Vor allem neue Eindrücke beschäftigen uns nachts. Deshalb brauchen kleine Kinder auch mehr Schlaf, ebenso wie Erwachsene, die ihren Urlaub in neuer Umgebung verbringen.


Was können wir dann tun, um besser zu schlafen? Es soll ja Leute geben, die morgens viel erschöpfter sind als abends vor dem Schlafengehen?

Sejnowski: Das abendliche Entrümpeln kann hier sehr hilfreich sein. Das Gehirn mag keinen Informationssalat. Wer sich abends schon ein wenig entspannt und Info-Diät betreibt, der wird sicherlich mehr von seinem Schlaf haben. Sie sollten sich kurz vor dem Schlafengehen nicht mehr allzu vielen Reizen aussetzen. Meditation ist ein probates Mittel um Nachts schneller einen klaren Kopf zu bekommen und Morgens erfrischt und fit zu sein.


Sejnowskis Lehrstunde II

 

 

 

 




 
Das vollständige Interview wird in Kürze an dieser Stelle erscheinen.

 

 

 

 

 

 
     

 


 

 
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